Groß Budschen

 

Aus der Geschichte des Ortes Groß Budschen

Ortsteile 1939: Amwalde, Buttenhof (früher: Klein Sawadden)), Grünhöfchen, Klein Budschen, Försterei Pfeil, Pilsach, Senft

 

Die Gemeinde Groß Budschen, am westlichen Rand der Heydtwalder Forst gelegen und etwa 18 km von Angerburg entfernt, hatte 1939 eine Flächengröße von 1151,8 ha mit insg. 443 Einwohnern. Als letzter Bürgermeister amtierte hier Gustav Smoktun, der 1945 in Sibirien umgekommen ist. Zusammen mit Sunkeln bildete Groß Budschen den Amtsbezirk Sunkeln.

Letzter Amtsvorsteher war hier Otto Nehring, Bauer aus Amwalde (+ 1945). Groß Budschen und seine Ortsteile gehörten in neuerer Zeit zum Kirchspiel Buddern, dessen Kirchengebäude im Jahre 1739 eingeweiht worden ist.

 

Die Gründung des einstmaligen Scharwerksdorfs Budschen erfolgte vor 1598. Dem Ortsnamen dürfte ein litauischer Personennamen (=Busze) zugrunde liegen. Eine Verschreibung des Dorfes hat sich nicht finden lassen. Einer der ersten Aktenvorgänge, der über Budschen Auskunft gibt, ist ein Beschwerdeschreiben an den Landesherrn über die der Dorfschaft abverlangten umfangreichen Scharwerksdienste. Die Beschwerde hatte Erfolg. Die Scharwerksleistungen wurden in einen Zins von 4 Mark pro Hufe umgewandelt. Der Besitzer Merten Millull (6 Hufen) wurde zur Heuernte und Heufuhr (Goldapwiesen) verpflichtet und mit dem Amt eines Berittschulzen für die Dörfer Pietrellen (Treugenfließ), Groß Rossossen und Absklien betraut. Die anderen Bauern aus Groß Budschen hatten neben dem Zins noch von jeder Hufe 1 Scheffel Hafer, ½ Scheffel Gerste, 1 Huhn sowie 1 Kapaun abzuliefern. In dem nunmehrigen Hochzinsdorf lebten um das Jahr 1600 4 Bauern und 1 Gärtner. 1606 wurden dem Dorf von Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg und Herzog von Preußen 4 Hufen Übermaßland zuerkannt. Dem Schulzen Merten Millull wurde eine weitere Hufe verschrieben, die er an der Dorfgrenze zur Insterburgschen Wildnis geräumt hatte. Ihm wurde auch aufgetragen, sich wöchentlich zu den Gerichtstagen beim Angerburger Schlosse einzufinden.

Während der Pestepidemie (1709/10)waren in Budschen 7 Häuser infiziert, und es starben hier 45 Menschen.

Im Jahre 1719 existierten in Budschen 5 Hufen mit kölmischem Besitzrecht. Die anderen Hufen der Gemarkung hatten offenbar eine andere Rechtsqualität. Über die Bodenbeschaffenheit werden wir durch das Generalhufenschoßprotokoll des Hauptamtes Angerburg von 1719 recht ausführlich unterrichtet.

Hatten sich bis zur Einführung des Generalhufenschoßes durch König Wilhelm I. von Preußen die Grundsteuern nur an der Hufengröße orientiert, was wegen der jeweils unterschiedlichen Bodenfruchtbarkeit zu großer Ungleichheit bei der Besteuerung führte, so sollten jetzt die Bodengüte und andere für den Ertrag wesentlichen Bedingungen berücksichtigt werden. Die zur Feststellung dieser Zusammenhänge eigens eingesetzte Kommission beschrieb u.a. die Grenzen der untersuchten Flächen zu benachbarten Örtlichkeiten: Die Feldmark von Budschen grenzte im Osten an die Skallischer Heide, im Westen an Jurgutschen, im Süden an Pietrellen und im Norden an das „Schatullgütchen Klein Budschen“, 1719 noch als „Neusass“ bezeichnet. Der Boden auf dem Sommerfeld wurde als „theils sandgrantig, theils loßsandig…“und nach der Königl. Heyde zu schlupicht“ beschrieben. Das Brachfeld, an das Gütchen Wisranken und die Goldap stoßend, sei durch häufigere Überschwemmungen gefährdet. Neben sandigem habe es auch „mohrgrundiges“ und schlupfiges Erdreich, ähnlich dem Winterfeld. Die Wiesen der Dorfschaft seien ebenfalls durch Überschwemmungen der Goldap beeinträchtigt. An Wald seien nur Ellern-und Birkengesträuch, außerdem einige kleine Tannen vorhanden. Die Trifften seien „zulänglich“. Die Entfernungen nach Angerburg (1,5 Meilen) und nach Königsberg (15 Meilen) als den nächstliegenden Handelsplätzen waren für den Warenabsatz von Bedeutung und wurden deshalb auch bei der Erfassung der Bemessungsgrundlagen für die Besteuerung berücksichtigt.

1785 existieren in Groß Budschen 14 Feuerstellen. 1818 hatte das Dorf 12 Feuerstellen und 103 Einwohner. Eine geschlossene Dorflage in Form eines litauischen Angerdorfes, wie sie Grigat für die erste Hälfte des 19. Jhdts. (1846: 12 Wohngebäude, 143 Dorfbewohner) hier noch nachweisen konnte, hat es 1922 in Groß Budschen nicht mehr gegeben. Käthe Augustin (Lehrersfrau) beschreibt die lokale Situation in diesem Jahr wie folgt: „Hier gab es nur die Schule mit einem Wirtschaftsgebäude. Die nächsten Ortsteile lagen eineinhalb bis zwei Kilometer weit entfernt…Durch Verkauf bäuerlichen Besitzes an die Güter war der Kern des Dorfes verwaist und alte Gebäude abgerissen worden. Der Friedhof lag in der Nähe der Schule; von ihr-etwa 50 Meter entfernt- floß die Goldap. Sie überschwemmte im Frühjahr und Herbst die weiten Flächen. Das Wasser konnte ungehindert über die Flusswiesen strömen…In den letzten Jahren änderte sich viel. Das Gut Klein Budschen wurde nach dem Tode des letzten Besitzers 1932 aufgesiedelt. Die 505 Hektar Land erhielten 20 Siedler, deren Gebäude zum Teil in der Nähe des Schulhauses entstanden.“

Diese Entwicklung der Siedlungsstrukturen um Groß Budschen wird auch durch die vorliegenden statistischen Angaben bestätigt. So verringerte sich z.B. die Einwohnerzahl in Groß Budschen von 1846  143 Personen auf 61 Personen im Jahre 1898, während die Einwohnerzahl des Gutes Klein Budschen sich zwischen 1818 und 1898 von 12 auf 59 Personen erhöhte, also beinahe verfünffachte. Die Gesamtfläche des Gutes Klein Budschen war von 1818 etwa 200 Morgen auf im Jahre 1898  600 Morgen angewachsen, vornehmlich wohl durch Aufkauf von bäuerlichem Besitz auf der Feldmark des Dorfes Groß Budschen und bewirtschaftet von einem hier vorhandenen Vorwerk. Dieses befand sich vermutlich an der Stelle des früheren Gutes, welches bis zum Ende des 19. Jhdts. zur Steinorter Begüterung der Grafen v.Lehndorff gehört hatte, danach an Louis Kirchhoff überging und später von Fritz Preuß erworben wurde.

 

Klein Budschen

 

Folgt man den Ausführungen Grigats, so ist Klein Budschen durch Abtrennung von 3 Hufen, 14 Morgen von der Gemarkung Groß Budschen als Schatullgut entstanden. Ein Berahmungskontrakt über Klein Budschen ist im März 1694 zwischen dem Oberforstmeister des Samländischen und Litauischen Kreises, Georg Adam v.Schlieben, und dem Wildnisbereiter Georg Böckel in Sanditten geschlossen worden und im Juni 1701 von König Friedrich I. bestätigt worden. Für „theils ausgehauenes, theils ausgebranntes …Wildnisland und…Gebrüch“ , im Skallischer Beritt des Amtes Insterburg gelegen, waren jährlich insg. rd. 43 Mark an die kgl. Schatullkasse zu entrichten, außerdem der Kirchenzehnt an die zuständige Kirchspielkasse. Als Holzgeld und Weidegeld waren zusätzlich jährlich je 4 Mark zu zahlen.

1818 zum Domänenamt Gudwallen gehörend, hatte Klein Budschen 2 Feuerstellen und 12 Einwohner. Alleiniger Grundbesitzer in Klein Budschen war im Jahre 1825 Ludwig Thieß.

1846 war Mathias Bromberger Besitzer von Klein Budschen. Gegen Zahlung von 60 Rth. wurde ihm die niedere Jagdgerechtigkeit auf den Feldmarken seiner Gutsbesitzungen in Klein Budschen und in Sunkeln übertragen. Die mittlere und hohe Jagd blieben dem Fiskus vorbehalten.

Nach Schmidt gehörten zu dem kölmischen Separatgut im Jahre 1860 rd. 591 Morgen. Die Betriebsfläche war also gegenüber dem Gründungsjahr auf beinahe das Doppelte angewachsen. Die Einwohnerzahl belief sich auf 46 Personen. Bis zum Ende des 19. Jhdts.

vergrößerte sich die Betriebsfläche nur geringfügig (604 Morgen). Die Einwohnerzahl des Gutsbezirkes lag jetzt bei 59 Personen.

 

 

Groß und Klein Sawadden

 

Das schatullkölmische Gut Sawadden zu beiden Seiten der unteren Goldap ist durch Berahmungskontrakt von 1679 entstanden. Seine Wirtschaftsfläche lag in diesem Jahr bei 5 Hufen. Die Siedlungsbezeichnung ist vermutlich durch die Übertragung der gleichnamigen Ortsbenennung (mas. zawadda=Hindernis) gebildet worden, die in mehreren masurischen Kreisen anzutreffen ist. Das ebenfalls im Kreis Angerburg gelegene, 1938 in der Gemeinde Herbsthausen aufgegangene Dorf Sawadden (Gründung: 1779) darf mit den hier beschriebenen Gütern nicht verwechselt werden.

Der Gutskomplex Sawadden wird später in Groß Sawadden (zeitweise auch Nojehnen genannt: 3 Hufen, 25 Morgen) und Klein Sawadden (1 Hufe, 5 Morgen) geteilt. Zeitweise führte Klein Sawadden auch die Bezeichnung Wisranken.

Groß Sawadden hat 1818  2 Feuerstellen und 20 Einwohner. Bis 1860 hat sich die Einwohnerzahl auf 39 Personen erhöht. Die Betriebsfläche liegt bei rd. 242 Morgen. Bis zum Ende des 19. Jhdts. wächst die Betriebsfläche um ca. 12 Morgen. 1929 wird Groß Sawadden als Vorwerk des Gutes Groß Budschen bezeichnet und bildet mit diesem Gut eine Bewirtschaftungseinheit.

Klein Sawadden hat 1818 2 Feuerstellen und 17 Einwohner. Bis 1860 hat sich die Einwohnerzahl auf 32 erhöht. Obwohl sich die Betriebsfläche bis zum Ende des 19. Jhdts. gegenüber früheren Jahren beinahe vervierfacht hat (71 ha), ist die Einwohnerzahl nahezu konstant geblieben, als das Gut 1903 in den Besitz der Familie Weszkalnys übergeht und von ihr zusammen mit dem Gut Grünhöfchen bewirtschaftet wird. 1938 wurde Klein Sawadden in Buttenhof umbenannt.

 
Erntedankfest 1937 in Grünhöfchen (AHB 122 S.121)

Grünhöfchen

 

1,5 km nördlich von Buddern gelegen, ist im Jahre 1611 als kölmisches Gut mit einer Fläche von 4 Hufen von Heinrich Plato erworben worden. Der Zins belief sich in diesem Jahr auf 15 Mark pro Hufe. 1615 erweiterte Plato seinen Besitz um 1 Hufe, 4 Morgen. Plato wird in seiner Verschreibung auch beauftragt, „auf die Wildnis acht zu geben“ und „Verwüstungen“ zu verhindern. Die Landesherrschaft ist also bereits um diese Zeit darauf bedacht, unerlaubte Abholzungen, die Errichtung von Teerbuden etc. sowie Jagdfrevel zu unterbinden, damit ihre Einkünfte aus der Waldwirtschaft nicht geschmälert werden.

Während der Pestepidemie von 1709/10 verstarben in Grünhöfchen 6 Personen.

„Grünhöffchen hat 5 Hufen cöllmisch, dem Herrn Landtscheppen Drigalsky gehörig“, so heißt es im Generalhufenschoßprotokoll von 1719. Es grenze im Osten an die Skallischer Heide, im Süden an Grondischken, im Westen an Buddern und im Norden an die Gemarkung von Budschen. Der Acker in allen drei Feldern des Gutes liege zwischen Gesträuch und Bruch-Ländereien und bestehe aus „grandigen, mehrenteils aber sandgrandigen und lossandigen, zum Teil auch niedrigen und wasserichten Erdreich.“ Die Wiesen seien zwar weitläufig und zulänglich, liegen aber auch zwischen Brüchen und Gesträuchen, seien teilweise mit Schilf und Schnittgras bewachsen und häufig überschwemmt. Ein ausgesprochener Nutzwald sei auf der Gutsgemarkung nicht vorhanden. Auf einzelnen Flächen stünden nur „jung aufspriessende Dannen“. Diese Beschreibung, die der oben zitierten über Budschen sehr ähnelt, wird hier wiedergegeben,weil sie einen Eindruck von der Naturlandschaft am Unterlauf des Goldapflusses zu geben vermag, wie sie am Anfang des 18. Jhdts. vorhanden war, und an die sich die Wirtschaftsführung anpassen musste.

1825 war Georg Taube Besitzer von Grünhöfchen. Hier existierten um diese Zeit 5 Feuerstellen, und es lebten hier 43 Personen. 1860 wohnten auf dem kölmischen Gut, zu dem der Gasthof „Hotel de Vibourg“ gehörte, 47 Personen. Bis zum Jahre 1898 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf 60, die Betriebsfläche hatte sich mit jetzt 128,5 ha ebenfalls etwas vergrößert, wohl vornehmlich durch Kultivierung von früherem Unland.

Horst Weszkalnys erwarb Grünhöfchen nach 1903 von Eduard Lauschnat. Die Betriebsfäche umfasste in diesem Jahr 162,21 ha.. Zusammen mit Klein Sawadden blieb das Gut bis 1945 im Besitz der Familie von Erich Weszkalnys. Auf den Gütern Grünhöfchen und Klein Sawadden (Betriebsfläche insg. 144 ha) wurden 1929 gehalten: 22 Pferde, 115 Rinder und 70 Schweine. Für den 1944 in Grünhöfchen verstorbenen Horst Weszkalnys ist 1991 auf dem Gutsfriedhof ein Gedenkkreuz aufgestellt worden.

Grünhöfchen gehörte zum Schulverband Buddern. Es war mit Buddern durch eine zwischen 1906-09 errichtete Kiesstraße verbunden.

 
Grünhöfchen Wohnhaus von hinten mit Veranda (AHB 122 S. 121)

Die Güteradressbücher aus der 1. Hälfte des 20. Jhdts. weisen für Groß Budschen und die umliegenden Güter häufige Besitzwechsel aus. Die Zusammenführung ursprünglich selbständiger kleinerer Güter zu Bewirtschaftungseinheiten ist häufiger auch anderswo zu beobachten.

Das Gut Klein Budschen mit dem Vorwerk Groß Budschen und Wiesengrün (ältere Bezeichnung für einen Abbau in der Nähe von Buddern) befindet sich 1903 im Besitz von Louis Kirchhoff aus Mittweida und wird von Paul Meissner verwaltet. Die Betriebsfläche umfasst 348 ha. Die Schwerpunkte liegen bei der Rinder-und Pferdezucht (Remonten) sowie bei der Schweinemast.

1920 ist Walter Ehlert als Besitzer des Gutes Klein Budschen mit den Vorwerken Groß Budschen und Senft ausgewiesen. Die Betriebsfläche von Gut und Vorwerken liegt bei 505 ha. Gehalten werden 76 Pferde, 240 Rinder, 100 Schafe sowie 60 Schweine. 1929 gehören zum Gut Klein Budschen  ebenfalls noch die Vorwerke Groß Budschen und Senft. Viehbestand: 80 Pferde, 254 Rinder, 178 Schweine, 55 Schafe. Zu dem Gutskomplex gehört auch eine Molkerei. Nach dem Tode Ehlerts (1931) wird Klein Budschen aufgesiedelt, und es entstehen hier 20 neue Siedlerstellen.

Siegfried Kugies, der ab 1932 in Klein Budschen gelebt hat, erinnert sich an die folgenden  dort bis zur Vertreibung lebenden Familien: Emil Kugies, Gustav Kugies, Paul Kugies (vormals: Eichler), Franz Kugies, Prust, Rinn, Holland, H. Thiemer, Weiß, Podschuck, Fritz Fischer, Banning, Lehnhardt, Kieselbach (vorm. Neubauer), Thiemer, Haase, Gruskusch (Schmied), Willig (Stellmacher), Skibbe, Krause, Butterweck und Würch (vorm.Knodel). Die sog. “Kalupp“ bewohnten die Familien Pietrowski, Schulmann, Walter und Lojewski.

 

Das Gut Klein Sawadden (Betriebsfläche: rd.70 ha) befindet sich vor 1903 u.a. im Besitz von Ernst Gruber. Danach ist es vom Besitzer des Gutes Grünhöfchen erworben (s.oben) worden. 1920 ist Walter Ehlert als Besitzer des Gutes Klein Budschen mit den Vorwerken Groß Budschen und Senft ausgewiesen. Die Betriebsfläche von Gut und Vorwerken liegt bei 505 ha. Gehalten werden 76 Pferde, 240 Rinder, 100 Schafe sowie 60 Schweine.

Das Gut Groß Sawadden (Betriebsfläche: 101,38 ha) gehört 1903 den Schiemannschen Erben. 1920 und 1932 wird Fritz Preuß als Besitzer der Güter Groß Budschen und Groß Sawadden genannt. Die Betriebsfläche beider Güter beträgt jetzt 175 ha. Gehalten werden 1932:  36 Pferde, 105 Rinder sowie 65 Schweine. Zu den Schwerpunkten des Ackerbaues zählt hier die Kartoffelsaatzucht.

 

Amwalde ist 1901 auf dem ursprünglich zum Fiskalbesitz gehörenden Skallischer Wiesen-gelände als Rentengutskolonie angelegt worden. Auf einer Fläche von 420 ha wurden hier 32 Siedlerstellen geschaffen. Die ersten Wohn-und Wirtschaftsgebäude waren ausschließlich Holzbauten und wurden erst allmählich durch Ziegelbauten abgelöst. Das bis in die jüngste Zeit noch erhaltene Wohnhaus des Bauern Laudin vermittelt einen Eindruck von der Beschaffenheit der ersten Siedlungsbauten in Amwalde. Während des 1. Weltkrieges wurden auch in Amwalde viele Gebäude zerstört. Feldgräber am Forsthaus Pfeil zeugen von den menschlichen Opfern des Krieges. Einer der größeren Bauernhöfe in Amwalde war der der Familie Kowalewski. Er hatte 1932 eine Größe von 34 ha. Gehalten wurden dort 6 Pferde, 22 Rinder und 10 Schweine.

 aus AHB 129 S. 142

Pfeil, Pilsach und Senft

In der Skallischer Forst existierten um 1900 insg. 5 Revierförstereien: Mynte, Schleuse, Skallischen, Angerapp und Pfeil. Nur Pfeil gehörte mit seinem Dienstland und Wirtschafts-gebäuden zum Kreis Angerburg, die übrigen zum Kreis Darkehmen (Angerapp).

Die Försterei Pfeil lag etwa 4 km von Buddern und 300 m vom Mynte-Kanal entfernt Dieser diente der Entwässerung der versumpften Waldreviere Mynte und Pfeil und diente gleich-zeitig der Berieselung des Wiesengeländes um Stollberg. In den Jahren 1909/10 wütete in der Skallischer Forst der Nonnenfraß. Ganze Jagen der Kiefern -und Fichtenbestände mussten kahlgeschlagen werden. Mit einer eigenen Feldbahn wurden die Hölzer zum Bahnhof Buddern befördert und dort in einem neu errichteten Sägewerk verarbeitet. Letzter Revier-förster in Pfeil war Willy Brandtner, einer seiner Vorgänger der Förster Sieg.

Die Försterei Senft ist1928 mit 128 ha Land von der Familie Aust erworben worden. Bereits 1860 wird im Einzugsbereich der Kgl. Oberförsterei Skallischen ein Wiesen-Etablissement Senft mit einer Fläche von 11 Morgen erwähnt (2 Einwohner).

Pilsach, ebenfalls schon 1860 als Wiesen-Etablissement erwähnt, hat in diesem Jahr eine Fläche von 11 Morgen und 12 Einwohner. Auch Pilsach war der Oberförsterei Skallischen zugeordnet.

 

Schule Groß Budschen

 

Eine Schule ist in Groß Budschen im Jahre 1753 gegründet worden. Sie lag etwa 50 m vom Goldapfluss entfernt und ist seit 1927 zweiklassig, ab 1935 jedoch wieder einklassig geführt worden. Zum Schulland gehörten 1929  24,5 Morgen. Die Schülerzahl lag in diesem Jahr bei 119, im Jahre 1935 bei nur 52. Ein Schulneubau ist 1928 errichtet worden. Zum Schulverband gehörten Groß Budschen, Klein Budschen, Klein Sawadden(Buttenhof), das Vorwerk Jurgutschen(Jürgenshof) des Rittergutes Launingken sowie Treugenfließ (vormals Pietrellen). Als erster Lehrer wird Johann George Beutner genannt. Eduard Augustin wirkte zwischen 1922 und 1937 als Lehrer in Groß Budschen. Letzter Stelleninhaber war Otto Subkus.

 Die Schule in Groß Budschen

Schule Amwalde

 

Die einklassige Schule Amwalde ist im Jahre 1906 entstanden. Die Schülerzahl lag im Jahre 1928 bei 39 und im Jahre 1935 bei 34. Der erste Lehrer in Amwalde war Karl Kallweit(1906-1924). Ihm folgten Erich Szostak(1924/25), Hans Weller(1925-1937) und Helmut Zick(1937-1940). Letzter Stelleninhaber in Amwalde war Emmerich Schierhuber. Die Amwalder Schule wurde auch von den Kindern der benachbarten Förstereien Pfeil, Pilsach, Senft sowie der bereits zum Kr. Angerapp gehörenden Försterei Stollberg.besucht. (Diese ist 1928 aufgelöst worden, zugehörige Landflächen wurden für Siedlungszwecke genutzt.) Ab 1914 besuchten die Schulpflichtigen aus Pilsach die Schule in Groß Budschen.

 

 

Quellen: Schmidt, Grigat, Schibilla, Pfeiffer, Angerburg von A bis Z, AHB, Rech. Vf.

 

 

Zusammenstellung: Georg Malz  (2008)

 

 

 Familienliste von Groß Budschen (vor 1945)

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