Groß Guja



Die Schule in Groß Guja

Aus der Geschichte des Ortes Groß Guja (Goye)

mit Klein- Guja vor 1944

Quellen: AHB 68 (1973), "Der Kreis Angerburg" (1973), "Angerburg A-Z" (2000) und "Angerburger Kreis" (1860)

  Das Gut Goye, 120 Hufen, verschrieben am 9. Juni 1406 durch den Hochmeister Konrad von Jungingen dem Niklas Weiskop, (Ritter v. Tergowitz) zu kölm. Rechten. 10 Freijahre. Aus der frühen Ordenszeit ist das Wildhaus Goye bereits vorhanden. Das Geschlecht der Weiskops läßt sich noch 11/2 Jahrhunderte später in der Goye nachweisen. Name und Rechte des Belehnten sprechen für deutsche Abstammung. Das große Gut war nach 1437 der Zersplitterung anheimgefallen. Es waren sieben Freie, neun gutsbäuerliche Siedler und mehrere Gärtner ansässig. Verschiedene Namen sprechen für Prußen, Litauer und Masuren. 
Da im 16. Jahrhundert ein Übermaß von 53 Hufen ausgewiesen wurden, entstanden hier eine ganze Reihe Orte: Rehsau, Gr.- und KI. Guja, Wessolowen (Raudensee), Biedaschken (Wieskoppen) und Rosenstein. Hier wurde auch 1438 von einem Spanier, dem Herzog Don Alvarez vom Hochmeister der Doberschlag (Brosowken) geschenkt. Nachkommen von ihm, die sich Albarus nannten, gab es noch in Gr. Guja und auch in Willudden. Von den Spaniern ist die Goye in Guja umbenannt worden, was im Spanischen „Kleinod" bedeutet. Gr. Guja wurde 1540 ein in deutscher Weise angelegtes Angerdorf mit 27 Familien.
Nach der Verschreibung der landesherrlichen Komissarien Wolf zu Heydeck, Georg von Hohendorf und Andreas Fabricius vom 13. Januar 1590 hatte sich das Übermaß herausgestellt, welches damals mit 6 Hufen einem Fabian von Hohendorf, 10 Hufen einem Jacob Przyborowski und dessen Tochter-Manne, 12 Hufen einem Adam Przyborowski, 2 Hufen dem Burggrafen Hans von Rauter und 23 Hufen den übrigen Einwohnern von Guja für 60 Mark pro Hufe verkauft wurde. Die insgesamt 173 Hufen verteilten sich somit wie folgt: 50 Hufen Dorf Groß Guja, 53 Hufen Dorf Wessolowen, 17 Hufen Dorf Biedaschken, 15 Hufen Gut adlig Groß Guja, 6 Hufen adlig Klein-Guja oder Simanowizna, 32 Hufen Rehsau und Rosenstein.
Die große Pest 1709/10 forderte in Guja 161 Tote.
Nach der Gründung der Domainenämter 1723 zählte Groß Guja zunächst zum Amte Barten und ist erst in Folge der Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzial-Behörden vom 30. April 1815 zum Gumbinner Regierungsbezirke geschlagen worden. Das adlige Hauptgut Groß-Guja ging Ende des 18. Jahrhunderts im Vorwerk Sandhof (s. auch unter Rehsau) auf, wo es auf Wunsch der damaligen Besitzerin von Rehsau, Reichsgräfin Amalie von Lehndorff, mit diesem Gute auf ein Hypotheken-Folium gebracht wurde.
Größter Gutsbesitzer in Groß-Guja war 1920 Ernst Dembowski. Das Gut Klein-Guja war früher der Witwensitz der Familie Schenk zu Tautenburg. Letzter Besitzer vor 1944 war Walter von Sanden (Schriftsteller naturkundlicher lit. Werke).  

 


Dorfskizze von Groß Guja aus AHB 91 (1983)

 

 Familienliste von Groß Guja (vor 1945)
ohne Abbauten. Die Bewohner der Häuser zu dem Dorflageplan 
Quelle: AHB 68 (1973)

Ergänzungen und Richtigstellungen von Namen, Berufsbezeichnungen und Gebäudezuordnungen
bitte an webmaster@angerburg.de schreiben. Ihre Angaben werden kurzfristig in die Liste übertragen.

Namen  Plan Nr.
Matz, Bauer 1
Muhlack, Bauer 2
Insthaus Voegler: F. Monschke, G. Wortz, G. Schwarz, Otto Kählert, Fuhrhalter 3
Karl Rafalczyk, Bauer 4
Kurt Voegler, Bauer 5
Fritz Burnuß, Tischler 6
Willy Burnuß, Bürgermeister 7
Willy Heinrich, Bauer 8
Otto Klein, Schmiedemeister 9
Friedrich Küßner 10
Emil Abarus, Bauer 11
Helene Plage, Frau Lange 12
Erich Schulz, Bauer 13
Fritz Hasselberg, Bauer 14
Ciborowski 15
Adolf Tezlaff, Karl Radies, Fritz Guth 16
Otto Schulz 17
August Bembennek, Bauer 18
Edmund Reiß, Bauer 19
Auguste Schneehans 20
Fritz Ehrit 21
A. Kroll, Zimmermann 22
Fritz Nagelpusch, Rechner 23
Schule, Lehrer Karl Feskorn 24
Wilhelm Radies 25
Poststelle Karl Wohlgemut 26
Krämerladen Johanna Schatz 26
Horst Golembusch, Bauer 27
Fritz Krebs, Bauer 28
Holweg, Bauer 29
Kino-Saal 30
Gastwirt Karl Mey 31
Friedrich Heyer, Bauer 32
Insthaus Heyer 33
Insthaus Heyer: Otto Neumann 34


von Sanden, Gut Klein Guja