Hochsee (Zabinken)


Blick auf die Schule an der Dorfstraße

 

Aus der Geschichte des Ortes Hochsee (Zabinken)

Zabinken, nach 1938 in Hochsee umbenannt (früher auch Zabinek = mas. Froschdorf), wurde am 22. November 1713 nach der Pestzeit als Schatulldorf mit 20 Hufen in Ausweitung des Siedlungsgebietes gegründet.

Es war ein auf den Hügeln nahe dem nordöstlichen Zipfel des Sees schön gelagertes und in Gartengrün gebettetes Bauerndörfchen mit 193 Einwohnern. 

Der letzte Bürgermeister Robert Thies gibt als größten Wirtschaftsbetrieb den von Grenda mit 160 Morgen an. Die Gastwirtschaft im Ort besaß wohl keinen Saal, doch im Sommer fanden sich hier die Bewohner zusammen zum Gartenfest der Feuerwehr und zum Schulfest.

Sehr früh schon erhielt das Dorf seine eigene Schule. Die Kinder besuchten zunächst die Schule in Jakunowken. In der Schlucht im Hegewald, die sie dabei passieren mußten, hausten noch Bären. Beschwerden der Eltern deswegen blieben von der Regierung jedoch unbeachtet. Erst als einmal ein Kind von einem Bären zerrissen wurde, gab man Zabinken eine eigene Schule. Das geschah im Jahre 1741. Durch einen Blitzschlag wurde sie 1899 zerstört, wobei ein Kind des damaligen Lehrers Barkowski getötet wurde. Die neue Schule, die 1901/02 erbaut wurde, erhielt dann auch sofort einen Blitzableiter. Bis 1925 hat Lehrer Barkowski an der Schule gewirkt und wurde dann von Lehrer Schweinberger abgelöst, auf den 1934 Hielscher aus Schlesien und 1939 Lehrer Heinrich Schulz folgten. Das Dorf gehörte, wie Wiesental, zum Kirchspiel Kutten.

Erster Lehrer der Schule von zunächst 59 Schülern war Samuel Hinz (1741). Ihm folgten Michael Macht (1789), August Schiwek (1870, 71), Richard Barkowski (1899-1924), Lange (1925), Emil Schweinberger (1925-1934), Gerhard Hielscher (1934-1939) und Heinrich Schulz (1939-1945). 

Zabinken, das völlig abseits der festen Verkehrsstraßen lag, erhielt erst Verbindung mit der „großen Welt", als 1931 die Chaussee nach Jakunowken durch den Hegewald gebaut wurde und die Zabinker Bauern eilig darangingen, sich eine Zufahrt zu ihr zu schaffen. Einige Jahre zuvor hatte der Landkreis auf der westlichen Uferhöhe des Sees das zur Gemeinde gehörende Hegewaldheim erbaut, das mit einer Jugendherberge verbunden war. Die anmutige Lage dieser Gaststätte, die nun bequem zu erreichen war, lockte viele Ausflügler an und bot auch nach Verlegung der Jugendherberge nach Seehausen eine Übernachtungsmöglichkeit für ca. 10 Personen. Für sorgsame Betreuung der Gäste sorgten der Wirt Kirschner und seine Frau Hedwig geb. Grenda aus Zabinken, das 1938 seinen masurischen Namen in Hochsee änderte. So hieß dann auch der vorgelagerte kleine See.


Dorfskizze von Hochsee von A. Klerner

 Familienliste von Hochsee (Zabinken) (vor 1945)
nach einer Afstellung von Dieter Gustmann

Ergänzungen und Richtigstellungen von Namen, Berufsbezeichnungen und Gebäudezuordnungen
bitte an webmaster@angerburg.de schreiben. Ihre Angaben werden kurzfristig in die Liste übertragen.

Namen Plan Nr.
Balzer 17
Basalla, H. 4
Basalla, E. 14
Brand 26
Cziesla: Gustmann 25
Daneyko 12
Dziatkowski 24
Geroschus: Stöttke, Parzanka 27
Grenda 16
Grenda (Insthaus): Böttcher 15
Grenda (Insthaus): Scharnowski 5
Grenz 3
Grieslawski 2
Hübner 22
Kannacher 7
Kempa 6
Kirschner (Hegewaldheim, Jugendherberge) 31
Kolodzey 20
Koslowski 29
Lindemann 30
Meyer 1
Ostrowski 23
Parzanka 28
Pietzarka: Pohl, Gayk, Leimann, Rimkus, Kizio 9
Schule: Schulz, Kellinghusen, Grzybowski 11
Strewinski 8
Strewinski (Insthaus): Masuch, Kizio, Nowinski, Weckmüller, Petereit 13
Thies (Insthaus): Schulz, Huthmann, Klarinowski, Petereit 19
Thies: Scharnowski 18
Weiß (Insthaus): Plutzas, Zachert 10
Weiß: Kornatz 21
Wenskeit (Försterei Hegewald) 32

 


Die Schule Hochsee von der Gartenseite aus gesehen


Luftaufnahme von Hochsee (Nachkriegsaufnahme)


Im Hintergrund die Brücke zwischen Goldapgar-See und dem Hochseer-See