RESTAURANT "KALLWEIT"
"Jule Kassas Ecke" und Marktpause

Erinnerung an Angerburgs Gaststätten von Gerhard Freundt

Gegenüber der Gastwirtschaft Schlicht lag das Geschäft des Fleischermeisters Julius Kassa. Er hatte guten Nachwuchs und betrachtete es als seine Lebensaufgabe, jedem seiner Kinder ein Häuschen zu hinterlassen. Es gelang ihm auch nach und nach, den ganzen Gebäudetrakt von der Druckerei der Angerburger Kreiszeitung bis rund herum zum Haus des Fischermeisters und Angerburger Aalfängers Werda in seinen Besitz zu bekommen. Daß alle seine Häuschen im Halbkreis beieinanderlagen, war durchaus "im Sinne des Erfinders". Man sprach hinfort nur noch von "Jule Kassas Ecke", wenn man diesen Ortsteil näher bezeichnen wollte. In einem dieser Häuschen am Neuen Markt befand sich das "Restaurant von Kallweit". Es erfreute sich an Markttagen eines regen Besuches, nachdem der Hauptmarkt vom Alten Markt zum Neuen Markt verlegt worden war, und das traf insbesondere im Winter oder bei schlechtem Wetter zu, wenn Käufer und Verkäufer es für ratsam hielten, "mit einem Schlubberchen Grog" die Lebensgeister wieder anzuheizen.