Kanitz (Olschöwen)


Blick von Petersberg auf Kanitz

Aus der Geschichte des Ortes Kanitz (Olschöwen)

Olschöwen, seit 1938 Kanitz (nach Elias von Kanitz). Am 12. Oktober 1562 wurden 60 Hufen verschrieben, von denen der Kaufschulze Mathes Olschofski, der aus dem Kreise Oletzko kam und auch für den Ortsnamen verantwortlich ist, sechs erhielt. 1600 wohnten dort ein Schulze, 21 Bauer und vier Gärtner.

Kanitz war ein reines Bauerndorf. Außer dem Gut Gastell und dem davon abgetrennten Gut Petersberg - mit zusammen 300 ha. - gab es acht Bauernhöfe zwischen 25 und 100 ha. Jeder Eigentümer lebte auf seinem Lande, die meisten außerhalb der eigentlichen Dorflage. 
Im Dorf selbst lebten ehrbare Handwerker, dort standen Kirche und Schule, dort waren die Postagentur, Ärzte, Tierärzte, eine Molkerei mit Schweinemast und zwei Gastwirtschaften.

Durch Verfügung des Königlichen Konsistoriums der Provinz Ostpreußen vom 20. Mai 1897 und der Königlichen Regierung Gumbinnen vom 26. Mai 1897 wurde mit Wirkung vom 1. Juni 1897 die evangelische Kirchengemeinde Olschöwen (Kanitz) ins Leben gerufen. Dazu wurden aus der Kirchengemeinde Angerburg die Ortschaften Olschöwen und Wensowken, aus der Kirchengemeinde Engelstein das Gut Klimken und aus der Kirchengemeinde Dombrowken (Kr. Darkehmen)  die Ortschaften Alt Gurren, Neu Gurren, Marienwalde, Lingwarowen und Piontken eingepfarrt (ca. 1500 Seelen). Die Gottesdienste fanden zunächst noch in einer Mietwohnung und später dann in der Schule statt. Im Jahre 1901 wurde in Preußen das 200 jährige Bestehen des Königreiches gefeiert. Damals rief Generalsuperintendent Braun die ostpreußische Geistlichkeit zu einer Sammlung auf, aus deren Erträgen Jubiläumskirchen in Ostpreußen errichtet werden sollten. Die Sammlung reichte zum Bau von drei Kirchen, von denen die eine nach Olschöwen kam. Die Gemeinde selber war mit 8000 Mark Spenden am Bau der Kirche beteiligt. 1905 war der Bau der Kirche beendet.

Die Schule von Olschöwen wurde etwa 1741 gegründet. Schüleranzahl der zweiklassigen Schule: 110 (1853), 79 (1928), 91 (1935). Zur Schule zählten im Jahre 1929 insgesamt 32 Morgen Schulland. Das letzte Schulgebäude wurde vor 1900 aus rotem Backstein gebaut. Im Erdgeschoss des Gebäudes war neben den beiden Klassenräumen die Wohnung des ersten Lehrers untergebracht. Die Wohnung des zweiten Lehrers befand sich im ausgebauten Giebeldach. Erste Lehrer waren: Andreas Engwalt (1789), Max Assmann (1870-1871), Leo Lemke (1891-1897 und 1911 bis 1928), Adolf Heldt (1897-1911), Heinz Pahlke (1928) und Otto Podszuweit (1928-1945). Zweite Lehrer waren Harbrucker (1900-1901), Gotthard Keuchel (1900, 1902), Erich Lange (1910-1916), Barkowski (1919-1920), Karl Schwesig (1920-1927), Eugen Tischler (1928-1932), Friedrich Möller (1932-1937), Willi Skubinna (1937) Siegfried Czybulka (1937) und Karl-August Hauptmeyer (1937-1945).

Nach der Zählung vom 17. Mai 1939 lebten in Kanitz 509 Bewohner auf insgesamt 979,6 ha Land. Der letzte Bürgermeister vor der Vertreibung war der Hausbesitzer Otto Jähnke


Die Kirche von Kanitz


Dorfskizze von Kanitz

 

 Familienliste von Kanitz (Olschöwen) (vor 1945)

Ergänzungen und Richtigstellungen von Namen, Berufsbezeichnungen und Gebäudezuordnungen
bitte an webmaster@angerburg.de schreiben. Ihre Angaben werden kurzfristig in die Liste übertragen.

Namen Plan-Nr.
 
Alsdorf, Max (Bauer und Müller) 56
Alsdorf, Otto mit Ehefrau Martha, (Bauer) 59
Bäckerei 19
Bahnhof 68
Banik, Hermann (Verwalter Gut Gastell) 69
Bleich - Insthaus: Böhlert, Gustav 55a
Bleich - Insthaus: Podehl (Rentner) 37
Bleich, August (Bauer) 55
Borkmann, Karoline 28
Brandstädter, Willi (Bauer) 1
Bublitz, Richard (Bauer) 3
Burnus - Schmiede 27
Burnus, Paul (Schmied) 12
Czielinski, (Frau) 35
Czypulowski Insthaus: Zeuch 14
Czypulowski, Paul (Stellmachermeister) 49
Dreistein, Franz 19
Ewert, Maria (Kätnerin) 53
Familienwohnungen 10
Feller - Insthaus 70a
Feller, Albert (Bauer) 70
Frenkel, Fritz (Tischlermeister) 34
Freund 63
Gassner, Otto (Viehhändler) 22
Gastell - Insthaus 69a
Gastell - Insthaus (früher Stadie) 66
Gastell - Insthaus: Schwarz, Karl (Schneidermeister), Giese (Schmied) 46
Gastell, Helmut Dr. (Gutsbesitzer) 69
Gemeindehaus 35
Gellesch, Friedrich mit Ehefrau Gertrud, (Reichsbahnangest.) 45
Gloth, Emil (Tischler) 13
Goltz (Bahnhofsvorsteher) 68
Groß - Insthaus: Pauluhn 36
Groß, Gustav (Bauer) 11
Hansper (Maurermeister) 44
Hansper, Matha (Bäuerin) 51
Hauptmeier, Karl (2. Lehrer) 29
Hegner, Walter (Bauer) 57
Jähnke, Otto (Amtsvorsteher) 18
Kirche (ev.) 43
Kirschning, Ernst (Gastwirt) 21
Kischkat, Franz (Bauer) 60
Klein - Insthaus 61a
Klein, Franz (Fleischermeister) 33
Klein, Frieda (Postagentur) 31
Klein, H. Insthaus: Ihlas 15
Klein, Heinrich (Bauer) 61
Köhn, Franz 64
Lipke (Bauer) 7
Mai, Richard (Chausseewärter) 26
Monski, August (Maurer) 23a
Monski, Fritz (Glöckner) 23
Moritz, Emil (Kaufmann) 30
Moritz, Otto (Altsitzer) 25
Nietz, Karl (Bauer) 50
Nikolai, Otto (Bauer) 5
Nitschke, Eduard (Bauer) 62
Obermeit, Wilhelm (Böttchermeister) 48
Onischke, Hugo (Gutsbesitzer) 9
Pansegrau - Insthaus 71a
Pansegrau, Herbert (Bauer) 71
Paslack - Insthaus: Pristat 38
Paslack, Ernst (Bauer und Fleischbeschauer) 20
Pfarrhaus (ev.) 42
Plondzew (Altsitzer) 41
Podszuweit, Otto (1. Lehrer) 29
Postbeamtenhaus: Schutter, Bindszus 47
Preß, Fritz (Schmiedemeister) 39
Pulwer, August mit Ehefrau Maria (Altsitzer) 59
Putzer, Hermann (Bauer) 6
Quednau (Schneidermeister) 17
Raiffeisenhaus 40
Reichsbahn - Beamtenhaus 67
Sawatzki, Julius (Bauer) 58
Schlemminger, Martha (Bäuerin) 52
Skibba, Gustav (Bauer) 8
Skibbe, Otto (Bauer) 2
Spar- und Darlehnskasse 18
Spritzenhaus und Viehwaage 32
Stasch, Franz 40
Szoebb - Insthaus 54a
Szoebb, Willi (Bauer) 54
Tiedtke (Altsitzerin) 24
Vögler - Insthaus 65a
Vögler, Walter (Bauer) 65
Volksschule 29
Wassel, Richard (Schuhmachermeister) 16
Winter (Pfarrer) 42
Wisotzki, Hermann  35
Witt (Gärtnerei) 19a
Wittke, Albert (Bauer) 4


Lage der Abbauhöfe um Kanitz


Alte Ansichtskarte von Olschöwen