RESTAURANT "FRANZ RECKLIES"
Eine Gaststätte auf historischem Boden

Erinnerung an Angerburgs Gaststätten von Gerhard Freundt

Einer der Ratsherren war der Kaufmann Franz Recklies. Auch zu seinem Kolonialwarengeschäft gehörte eine einfache Gaststätte, die in Angerburg "Destille" genannt wurde. In ihr verkehrten meistens Männer, die - auch beim Schnapstrinken - mit dem Pfennig rechnen mußten. Zuvor war es aber auch hier anders gewesen.

Dies Geschäft, später von Sembritzki übernommen, befand sich auf
uraltem, historischem Boden. Hier, gegenüber dem Rathaus, standen einst das Kloster und die erste Stadtkirche aus Holz, deren Glocke
noch bis in die jüngste Zeit in unserer Stadtkirche auf dem Kirchenberg ihren Dienst tat.

Vor Recklies bewirtschaftete dies Grundstück ein Herr Gerlach, der das Geschäft von dem wohlhabenden Kaufmann und großherzigen Mäzen unserer Stadt, Rehann übernommen hatte.

Der Kaufmann Rehann war Junggeselle. Er vererbte unserer Stadt einen beträchtlichen Teil seines Vermögens, das dann als "Rehann­Stift" in die Geschichte unserer Stadt einging und für manch einen älteren Bürger zum Segen wurde.

Herr Rehann hatte zwei Schwestern. Ihnen baute er das schöne Haus in der Schloßstraße gegenüber dem Schloß und verfügte testamentarisch, daß auch dieses Haus nach dem Tode seiner Schwestern in den Besitz der Stadt Angerburg übergehen sollte. Als dann auch die Schwestern Rehann das Zeitliche gesegnet hatten, diente dieses Haus unsern Bürgermeistern als Wohnhaus; als solches ist es noch den Überlebenden bekannt.